St. Johannis Soltau (ev.-luth.)


ÖKUMENISCHE FILMREIHE KINO-und KIRCHE

Montag : 20.00 Uhr im DERSA-KINO Soltau, Sonderpreis: 5 .-€   . Die FILME der Staffel 2017/2018: 

 

MONTAG  18. September- 20.00 Uhr    Ich, Daniel Blake

Ein 59-jähriger britischer Zimmermann erleidet kurz vor dem Rentenalter einen leichten Herzinfarkt und ist erstmals in seinem Leben auf staatliche Hilfe angewiesen. Beim Kampf mit Anträgen und Formularen lernt er eine alleinerziehende Mutter kennen, die ähnlich erniedrigende Erfahrungen mit der Bürokratie gemacht hat. Trotz komödiantischer Töne liegt die Stärke der Inszenierung im politischen Zorn, mit dem Regisseur Ken Loach die Herzlosigkeit der verwalteten Welt auf den Deregulierungswahn der Neokonservativen zurückführt. Biblische Anklänge in der Passionsgeschichte des Handwerkers sind dabei nicht zu übersehen. - Sehenswert ab 14.

GB/F 2016

Regie: Ken Loach

Länge: 101 Min.


MONTAG  16. Oktober - 20.00 Uhr  The Salesman

Ein Ehepaar in Teheran, das an einer Inszenierung von Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden" mitwirkt, muss Hals über Kopf seine Wohnung verlassen und findet Unterschlupf in Räumen, die zuvor einer als Prostituierte diskreditierten Mieterin gehörten. Als die Ehefrau abends die Wohnungstür offen lässt und von den Nachbarn bewusstlos vorgefunden wird, gerät die Ehe in eine schwere Krise. Das von subtilen Metaphern durchwebte Beziehungsdrama reflektiert die Probleme eines gebildeten Paars aus dem iranischen Mittelstand, das mit Fragen um Scham, Bloßstellung und Ehrgefühlen konfrontiert wird. Der fantastisch gespielte und elegant inszenierte Film spiegelt kunstvoll das Scheitern an den Geschlechterrollen; die packende Tätersuche entlarvt er als zweiten Akt einer Entmachtung im Ringen um Wahrheit, Rache und Vergebung. - Sehenswert ab 14.

Iran 2016

Regie: Asghar Farhadi

Länge: 123 Min.


MONTAG 20. November  -  20.00 Uhr    Arrival

Nach der Landung von zwölf ellipsenförmigen Alien-Raumschiffen an unterschiedlichen Orten der Erde scheitern erste Versuche, die Signale der fremden Wesen zu entschlüsseln. Die US-Regierung schickt ein Team um eine Sprachwissenschaftlerin und einen Physiker nach Montana, um Kontakt zu den Außerirdischen herzustellen und deren Absichten in Erfahrung zu bringen. Der mit großer

Behutsamkeit inszenierte Science-Fiction-Film konzentriert sich ganz auf die Figurenpsychologie und erkundet stilistisch elegant erkenntnistheoretische Fragen. Inszeniert nah an der Figur der Linguistin, lösen sich Handlung und Psychologie zuweilen in der Entschleunigung auf, und doch bleibt stets genügend Raum, um das zentrale Geheimnis um Sprache, Zeit und Weltwahrnehmung zu wahren. - Sehenswert ab 14.

USA 2016

Regie: Denis Villeneuve

Länge: 116 Min.



MONTAG  11. Dezember   -  20.00 Uhr    Die andere Seite der Hoffnung

Ein junger Syrer, dessen Familie im Bürgerkrieg fast komplett getötet wurde, kommt nach seiner Flucht quer durch Europa nach Finnland, wo er Asyl beantragt, dann aber untertaucht, als man ihm dies verwehrt. In dem wortkargen Neubesitzer eines schäbigen Restaurants findet er einen unerwarteten Beschützer, der ihn in seine exzentrische Belegschaft aufnimmt. Eine mitunter märchenhaft anmutende Tragikomödie, in der Aki Kaurismäki das mit viel Respekt behandelte Flüchtlingsschicksal meisterhaft mit grandiosen Szenen seines lakonischen Humors verknüpft. In der Zeichnung der politischen Hintergründe erhebt sein Film keine Anklage, spricht sich dafür aber nachdrücklich für Mitgefühl, Solidarität und Humanismus aus. - Sehenswert ab 12.

Finland/Deutschland 2017

Regie: Aki Kaurismäki

Länge: 100 Min.


Montag  15. Januar 2018 - 20.00 Uhr  Toni Erdmann

Ein alternder Musiklehrer taucht unangemeldet bei seiner Tochter in Bukarest auf, wo diese für eine Unternehmensberatung an Rationalisierungskonzepten für die Ölindustrie arbeitet. Entsetzt von ihrem freudlosen Manager-Dasein, will er sie in der Gestalt eines kauzigen Alter Egos aus der Reserve locken. Eine souverän zwischen Komik, Tragik und surrealen Momenten wandelnde dramatische Komödie um einen Generationenkonflikt, bei dem sich beide Seiten umkreisen, befehden und schießlich doch annähern. Vorzüglich inszeniert und getragen von zwei überragenden Darstellern, entwirft der Film mit großer innerer Wahrhaftigkeit ein vielschichtiges Vater-Tochter-Verhältnis mit zeitkritischen Anklängen. Untergründig kreist er dabei stets auch um die Frage, wie man leben will. - Sehenswert ab 16.

Deutschland/Österreich/Rumänien 2016

Regie: Maren Ade

Länge: 162 Min.


Montag  19. Februar 2018 - 20.00 Uhr  Seefeuer

Auf der Mittelmeerinsel Lampedusa prallen aktuelle Gegensätze aufeinander: Wo früher einfache Fischer ihrem Alltag nachgingen, stranden in wachsender Zahl Tausende Afrikaner, die sich mit viel Hoffnung auf ein besseres Leben aufs Meer gewagt haben. Ein ruhig erzählter Dokumentarfilm als mutiger Beitrag zum europäischen Umgang mit der Flüchtlingskrise, der facettenreich einen Mikrokosmos beleuchtet, in dem existenzielle Not und bürgerliche Normalität hautnah nebeneinander liegen. Mit ausgesuchten Einstellungen und sinnträchtigen Verdichtungen konfrontiert die filmästhetisch nicht widerspruchsfreie Gestaltung mit einer humanitären Katastrophe, vor der man nicht weiter die Augen schließen kann. - Sehenswert ab 14.

Italien/Frankreich 2016 , Regie: Gianfranco Rosi , Länge: 114 Min.








Montag 19. März 2018 - 20.00 Uhr Julieta

Eine Frau um die 50 wirft ihre Pläne um, als sie Neuigkeiten über ihrer Tochter erfährt, die seit ihrem 18. Geburtstag verschwunden ist. In einem schmerzhaften Prozess erinnert sie sich an ihre Familiengeschichte, die mit der Liebe zu einem galizischen Fischer begann und nach dessen Tod in Trauer und Depression versank. In seinem 20. Film entfaltet Pedro Almodóvar ein eindringliches Drama über das unaufhaltsame Verrinnen der Lebenszeit, deren Wunden nicht geheilt, aber mit Geduld und Ehrlichkeit gelindert werden können. Der zurückhaltend inszenierte Film wird von zwei

überzeugenden Hauptdarstellerinnen getragen, die gemeinsam die Protagonistin verkörpern. - Sehenswert ab 14.

Spanien 2016

Regie: Pedro Almodóvar

Länge: 100 Min.



Montag 16. April 2018  - 20.00 Uhr Moonlight

Ein sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem "Problembezirk" Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichalterigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte, vor allem auch mit der eigenen homosexuellen Identität. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film wird als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen erzählt. Er besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet. - Sehenswert ab 16.

USA 2016 , Regie: Barry Jenkins

Länge: 111 Min.

Kinotipp der katholischen Filmkritik 331/März 2017